Der Achenpass auf 941 Metern verbindet den Achensee in Tirol mit dem Tegernsee in Bayern. Die Passhöhe liegt bei Stuben in der Gemeinde Kreuth, die Staatsgrenze knapp darunter an der Kaiserwacht. Auf bayerischer Seite heißt die Straße B307, in Tirol B181.
Für viele Gäste aus Bayern ist der Achenpass das Tor zum Achensee, und das aus gutem Grund: Er ist mautfrei, ganzjährig offen und landschaftlich deutlich schöner als die Autobahn. Ich erkläre dir, wie sich die Strecke fährt, wann es staut und welche Runden sich über den Pass lohnen.
Darum geht es auf dieser Seite
- Wo genau liegt der Pass, und wo verläuft die Grenze?
- Wie anspruchsvoll ist die Fahrt über den Achenpass?
- Achenpass oder Inntal – welche Anreise ist die bessere?
- Warum steht am Achenpass am Samstag so oft alles?
- Was hat Salz aus Hall mit dem Achenpass zu tun?
- Was musst du im Winter beachten?
- Kommst du auch mit dem Bus über den Pass?
- Welche Runden lassen sich mit Motorrad und Rennrad fahren?
- Meine Tipps & Tricks für den Achenpass
- Wie entspannt ist der Achenpass mit Familie, Hund und Kinderwagen?
- Was liegt rund um den Achenpass?
- Häufige Fragen zum Achenpass
Der Achenpass auf einen Blick
- Höhe: 941 m, Passhöhe bei Stuben, Gemeinde Kreuth
- Verbindung: Kreuth und Tegernsee mit Achenwald und Achenkirch
- Straßen: B307 in Bayern, B181 in Tirol
- Maut und Vignette: keine
- Steigung: bis zu 12 %
- Winter: ganzjährig offen, bei Schnee Kettenpflicht
Wo genau liegt der Pass, und wo verläuft die Grenze?
Die Passhöhe liegt auf bayerischem Gebiet bei Stuben, die Grenze ein Stück weiter südlich an der Kaiserwacht. Von Kreuth steigt die Straße durch das Tal der Weißach zur Passhöhe, nach der Grenze geht es durch Achenwald hinunter nach Achenkirch an das Nordufer des Sees.
Achenpass (941 m) · Straßen und Mautstellen · Orte
Wie anspruchsvoll ist die Fahrt über den Achenpass?
Kaum anspruchsvoll, denn der Achenpass ist eine gut ausgebaute Verbindungsstraße und kein Hochgebirgspass. Die Straße führt in weiten Kurven durch dichte Wälder, nur auf kurzen Abschnitten wird es mit bis zu 12 Prozent steil. Enge Haarnadelkehren gibt es nicht. Die Fahrt ist deshalb auch für ungeübte Bergfahrer entspannt.
Achenpass oder Inntal – welche Anreise ist die bessere?
Aus dem Raum München und dem Oberland ist der Achenpass meist die bessere Wahl. Er ist die direkte Verbindung über Kreuth und Holzkirchen, mautfrei, ruhiger und landschaftlich reizvoller, dafür kurviger. Die Alternative führt über die Inntalautobahn und Kufstein nach Wiesing und von dort über die Achenseestraße hinauf zum See. Dort brauchst du eine Vignette, kommst aber auf der Autobahn schneller voran.
Wer aus dem Norden oder Westen über Rosenheim anreist, fährt in der Regel über das Inntal. Alle Varianten vergleiche ich bei der Anreise mit dem Auto.
Warum steht am Achenpass am Samstag so oft alles?
Weil der Pass eine beliebte Ausweichroute ist. Viele Urlauber auf dem Weg ins Zillertal fahren über den Achenpass, um die Autobahnvignette zu sparen. An Reisewochenenden und bei schönem Wetter kommen Ausflügler und viele Motorradfahrer dazu, und zwischen Tegernsee und Achenkirch stockt dann der Verkehr. Unter der Woche ist die Strecke dagegen meist frei. Auch die Rückreise am Sonntagnachmittag ist oft zäh, weil dann Tagesausflügler und Wochenendurlauber gleichzeitig nach Bayern zurückfahren. Wer kann, bricht am Sonntag erst am Abend auf oder legt die Abreise auf den Montag.
Was hat Salz aus Hall mit dem Achenpass zu tun?
Über den Achenpass wurde früher Salz aus Hall in Tirol nach Bayern und weiter bis München gebracht. Der Pass war damit eine der wichtigsten Handelsrouten zwischen dem Inntal und dem bayerischen Oberland. An der Kaiserwacht an der heutigen Grenze stand eine Zollstelle, ihr Name erinnert bis heute an diese Zeit.
Was musst du im Winter beachten?
Vor allem die Kettenpflicht bei Schnee. Der Achenpass wird geräumt und ist das ganze Jahr befahrbar, nach starkem Schneefall kann es aber kurzfristig zu Behinderungen kommen. Winterreifen sind in beiden Ländern ohnehin Pflicht, Schneeketten gehören im Winter in den Kofferraum, auch wenn es im Tal noch mild ist.
Kommst du auch mit dem Bus über den Pass?
Ja, zwischen Tegernsee und Achensee verkehren Buslinien über Wildbad Kreuth nach Achenkirch und Pertisau. Von Tiroler Seite fahren Regionalbusse bis zur Haltestelle „Achenwald Staatsgrenze“. Die Fahrpläne ändern sich mit der Saison. Linien und Umstiege erkläre ich bei der Anreise mit dem Bus.
Welche Runden lassen sich mit Motorrad und Rennrad fahren?
Die schönste Motorradrunde führt vom Achensee über die Kaiserwacht zum Sylvensteinsee und ins Rißtal bis zum Großen Ahornboden. Wie du dort hinkommst und was die Maut kostet, steht bei Rißtal und Engalm. Wer weiter möchte, fährt über Kreuth an den Tegernsee und über Bad Tölz und den Sylvensteinsee zurück.
Für Rennradfahrer ist der Anstieg von Kreuth zur Passhöhe moderat und gleichmäßig. Wegen des Wochenendverkehrs fährst du am besten früh morgens oder unter der Woche. Weitere Touren findest du bei meinen Strecken für das Rennrad am Achensee.
Meine Tipps & Tricks für den Achenpass
- Samstags früh oder spät: In der Hauptsaison am Morgen vor 9 Uhr oder ab dem späten Nachmittag fahren.
- Ausweis griffbereit: Gelegentlich wird an der Grenze kontrolliert.
- Fotostopp an der Kaiserwacht: Hier rücken die Berge eng zusammen, und die Grenze verläuft mitten durchs Tal. Halte nur dort, wo Parkplätze ausgewiesen sind.
- Tanken in Tirol: Wer aus Bayern kommt, tankt oft günstiger in Achenkirch.
- Wanderparkplatz nutzen: Auf der Passhöhe gibt es einen kleinen Parkplatz für eine Pause im Wald.
Welche Fehler machen Gäste aus Deutschland am Achenpass?
Viele kaufen vorsorglich eine Vignette, obwohl sie über den Achenpass gar keine brauchen. Sie gilt nur auf Autobahnen und Schnellstraßen, nicht auf der Bundesstraße zum See. Der zweite Fehler betrifft den Winter: Ohne Schneeketten im Kofferraum stehst du bei Kettenpflicht im schlimmsten Fall an der Passhöhe fest.
Wie entspannt ist der Achenpass mit Familie, Hund und Kinderwagen?
Ist die Strecke für Kinder angenehm?
Ja, weil sie kurz ist und ohne enge Kehren auskommt. Vom Tegernsee bis Achenkirch bist du etwa eine halbe Stunde unterwegs, selbst Kinder, denen in Kurven schnell übel wird, kommen meist gut zurecht. Wer eine Pause braucht, hält am Wanderparkplatz auf der Passhöhe, wo die Kinder sich im Wald die Beine vertreten können. Für Familien aus München ist der Pass oft auch die stressfreiere Route, weil er die Staus vor den Autobahnknoten umgeht.
Was braucht dein Hund für die Grenze?
Den EU-Heimtierausweis mit gültiger Tollwutimpfung. Am See gilt in vielen Bereichen Leinen- oder Maulkorbpflicht. Alles Wichtige zum Urlaub mit Vierbeiner steht bei Urlaub mit Hund am Achensee.
Wo kommst du in der Nähe mit dem Kinderwagen voran?
Auf der Passstraße selbst gibt es keine Wege für Kinderwagen. Gute Ziele in der Nähe:
- Achenwald: flache Wege entlang der Ache
- Achenkirch: Promenade am Nordufer des Sees
- Wanderparkplatz Passhöhe: Waldwege, nur teilweise geeignet
- Sylvensteinsee: kurze Wege an den Parkplätzen
Was liegt rund um den Achenpass?
Achenkirch
Gleich hinter der Grenze liegt Achenkirch am Achensee, die erste Station für alle, die über den Pass anreisen.
Kreuth und Tegernsee
Auf bayerischer Seite führt die Straße hinunter nach Kreuth und an den Tegernsee. Für Tagesausflügler vom Achensee ist das ein lohnendes Ziel, dank der Buslinien auch ohne Auto.
Sylvensteinsee
Gleich hinter der Kaiserwacht zweigt die Straße zum Sylvensteinsee ab, einem türkisfarbenen Stausee mit markanter Brücke. Er ist ein beliebter Fotostopp und liegt auf dem Weg ins Rißtal. Viele verbinden ihn mit dem Achenpass zu einer kurzen Rundfahrt am Nachmittag.
Achenseestraße
In Tirol geht der Pass in die Achenseestraße über, die am Ostufer entlang nach Maurach und hinunter ins Inntal führt. Den ganzen Verlauf beschreibe ich bei der Achenseestraße B181.
Häufige Fragen zum Achenpass
Wird an der Grenze am Achenpass kontrolliert?
Gelegentlich. Kontrolliert wird am offiziellen Grenzübergang unterhalb der Kaiserwacht in Richtung Achenkirch.
Wo zweigt die Straße zum Sylvensteinsee ab?
An der Kaiserwacht biegt die B307 nach links Richtung Sylvensteinsee und Rißtal ab.
Ist der Achenpass für Wohnwagen geeignet?
Ja, die Straße ist gut ausgebaut und hat keine engen Kehren.
Gibt es auf der Passhöhe eine Bushaltestelle?
Ja, am Wanderparkplatz auf der Passhöhe gibt es eine Haltestelle.
Mein Fazit
Der Achenpass ist kein spektakulärer Alpenpass, sondern eine entspannte Straße durch Wälder, die Tegernsee und Achensee verbindet. Für Gäste aus Bayern ist er die schönste Anreise, für Motorradfahrer der Auftakt zu einer großartigen Runde. Wer die Samstagsstaus meidet und im Winter Ketten dabeihat, erlebt hier eine der angenehmsten Grenzfahrten der Alpen.


