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Der Achensee gehört der Stadt Innsbruck. Die Tiroler Landeshauptstadt kaufte ihn im April 1919 vom Kloster St. Georgenberg-Fiecht, obwohl er Luftlinie mehr als 30 Kilometer entfernt liegt. Das Achenseekraftwerk in Jenbach, das den See als Speicher nutzt, gehört der TIWAG. Für dich als Gast heißt das: Baden ist frei, für Segeln, Surfen, Kiten, Tauchen und Fischen brauchst du dagegen eine Erlaubnis der Seeverwaltung Achensee.

Die Frage, wem der See gehört, höre ich erstaunlich oft, meist mit einem verwunderten Unterton. Die Antwort erklärt vieles, was Besucher am See beobachten: die Lizenzen für Wassersportler, den Kraftwerksbetrieb und den Wasserstand, der im Winter um mehrere Meter sinkt.

Darum geht es auf dieser Seite

Die Eigentumsverhältnisse auf einen Blick

  • Eigentümerin des Sees: Stadt Innsbruck, seit 1919
  • Kaufbeschluss: Gemeinderat Innsbruck am 5. April 1919, Kauf am 19. April 1919
  • Kraftwerk: Achenseekraftwerk in Jenbach, Eigentum der TIWAG
  • Verwaltung: Seeverwaltung Achensee, seit April 2020 direkt von der Stadt geführt
  • Büro: Seeuferstraße 25 in Maurach
  • Frei: Schwimmen, Stand-up-Paddling, kleine Ruderboote
  • Mit Erlaubnis: Segeln, Windsurfen, Kiten, Wingfoilen, Tauchen, Fischen
  • Wasserstand: im Winterhalbjahr um rund fünf bis sechs Meter abgesenkt

Warum gehört der Achensee der Stadt Innsbruck?

Jahrhundertelang war der See Besitz des Benediktinerklosters St. Georgenberg-Fiecht, mit einer längeren Unterbrechung, in der die Habsburger ihn besaßen. Nach dem Ersten Weltkrieg steckte das Kloster in wirtschaftlichen Schwierigkeiten und musste verkaufen. Die Stadt Innsbruck griff zu: Am 5. April 1919 stimmte der Gemeinderat zu, schon am 19. April war der Kauf abgeschlossen.

Der Grund lag weniger im Badesee als in der Energie. Der Achensee liegt rund 380 Meter über dem Inntal, ein perfekter Speicher für ein Wasserkraftwerk. Innsbruck brauchte Strom, und mit dem See sicherte sich die Stadt die Grundlage dafür. Die ganze Vorgeschichte erzähle ich auf der Seite Geschichte des Achensees.

Was hat die TIWAG mit dem Achensee zu tun?

1924 gründete die Stadt gemeinsam mit dem Land Tirol und einer Gruppe von Banken die Tiroler Wasserkraft AG. Sie erhielt die Wasserrechte und baute bis 1927 das Achenseekraftwerk in Jenbach. Vereinbart war, dass der See nach 60 Jahren wieder an die Stadt zurückgeht. Nach langen Verhandlungen kam es 1992 tatsächlich so: Der See gehört seither wieder ganz der Stadt Innsbruck, die TIWAG ist Eigentümerin des Kraftwerks.

Die TIWAG ist am See bis heute präsent. Die Achenseeschifffahrt gehört zu ihrer Unternehmensgruppe, ebenso der Bootsverleih in Pertisau. Auch viele Parkplätze und Grundstücke am Ufer sind in ihrem Besitz, was du an den Schildern auf manchen Parkplätzen erkennst.

Warum sinkt der Wasserspiegel im Winter?

Weil das Kraftwerk vor allem im Winter Strom erzeugt, wenn der Bedarf hoch ist und die Bäche wenig Wasser bringen. Von Oktober bis März wird deshalb mehr Wasser entnommen, als nachfließt, und der Spiegel sinkt um rund fünf bis sechs Meter. Früher durfte die TIWAG den See um bis zu 11,5 Meter absenken. Nach Protesten der Gemeinden am See gilt seit 2005 eine deutlich geringere Grenze, und der See muss im Frühsommer wieder gefüllt sein.

Im Spätwinter siehst du deshalb breite Kiesufer, Bootsstege, die auf dem Trockenen stehen, und Anlegestellen, an denen die Schiffe nicht mehr anlegen können. Im Mai und Juni füllt die Schneeschmelze den See wieder auf. Wer im März kommt, erlebt einen ganz anderen Achensee als im Juli.

Was brauchst du für welche Aktivität?

Die Seeverwaltung regelt im Auftrag der Stadt, wer den See wie nutzen darf. Ohne Anmeldung erlaubt sind Schwimmen, Stand-up-Paddling und das Fahren mit kleinen Ruderbooten. Für alles andere brauchst du eine Gestattung, die es als Wochen-, Monats- oder Saisonlizenz gibt.

AktivitätErlaubnisWo erhältlich
Schwimmenfrei–
Stand-up-Paddlingfrei–
Kleines Ruderbootfrei–
Segeln, eigenes BootBootslizenz ab 12 € pro Wocheonline, Welcome-Center im Atoll
Windsurfen, Kiten, WingfoilenKite-, Surf- und Wingfoillizenz ab 12 € pro Wocheonline, Welcome-Center im Atoll
TauchenTauchlizenz ab 12 €online, Camping Schwarzenau, Hotel Post am See
FischenFischerkarte plus Tageslizenzonline, Welcome-Center im Atoll
Nutzungsregeln am Achensee laut Seeverwaltung

Für Boote gilt außerdem: Verbrennungsmotoren sind auf dem Achensee verboten, Elektromotoren sind bis 2.200 Watt erlaubt. Wer Leihboote, Elektroboote oder ein SUP bei einem Verleih mietet, muss sich um keine Lizenz kümmern. Details zu den einzelnen Sportarten findest du auf den Seiten Segeln, Kitesurfen, Tauchen und Fischen.

Der Achensee und seine Besitzer auf der Karte

Die Karte zeigt dir die Orte am See und die Bahnen. Das Kraftwerk selbst liegt außerhalb des Kartenausschnitts unten in Jenbach, das Wasser fließt unterirdisch vom Südende des Sees dorthin. Die Seeverwaltung hat ihr Büro an der Seeuferstraße in Maurach, die Lizenzen gibt es im Welcome-Center im Atoll.

Orte · Bahnen

Meine Tipps & Tricks rund um die Regeln

  1. Lizenz vor dem Urlaub kaufen: Die Lizenzen für Boot, Surfen und Tauchen gibt es online. Wer sie vorher kauft, spart sich den Weg ins Welcome-Center.
  2. Saisonlizenz abholen: Bei Saisonlizenzen für Kiter und Surfer musst du einen Wimpel im Welcome-Center im Atoll abholen und sichtbar am Trapez tragen.
  3. Wasserstand bedenken: Wer im zeitigen Frühjahr kommt, sollte keine Schifffahrt zu allen Anlegestellen erwarten. Bei niedrigem Pegel können nicht alle angefahren werden.
  4. SUP einfach ausprobieren: Für Stand-up-Paddling brauchst du keine Erlaubnis. Das macht den See ideal für einen spontanen Ausflug aufs Wasser.
  5. Auf Schiffe achten: Die Linienschiffe haben Vorrang. Rund um Anlegestellen gelten für Segler und Kiter zusätzliche Sperrzonen.

Welche Fehler machen Besucher bei den Regeln?

Der häufigste Fehler ist, das eigene Surfbrett oder den Kite einfach ins Wasser zu tragen. Ohne Lizenz ist das am Achensee nicht erlaubt. Ebenso häufig: Angler, die mit der deutschen Fischerkarte allein am Ufer stehen. Du brauchst zusätzlich eine Tiroler Gastfischerkarte und eine Tageslizenz für den See.

Was bedeutet das für Familien, Hunde und Kinderwagen?

Mit Kindern

Für Familien ändert sich durch die Eigentumsverhältnisse wenig. Baden ist überall frei, und Ruderboote, Tretboote und SUPs kannst du ohne Lizenz beim Verleih mieten. Spannend für Kinder ist der Blick auf den niedrigen Wasserstand im Frühjahr: Dann erzählt der See ganz anschaulich, wie ein Kraftwerk funktioniert.

Mit Hund

Für Hunde gelten die Regeln der Gemeinden, nicht die der Seeverwaltung. In Eben, Achenkirch, Steinberg und Wiesing besteht Leinen- oder Maulkorbpflicht, und in einigen Strandbädern sind Hunde verboten. Wo dein Hund ins Wasser darf, liest du auf der Seite Hunde-Badeplätze am Achensee.

Mit Kinderwagen

Die öffentlichen Uferwege rund um den See sind frei zugänglich und vielerorts gut befahrbar:

  • Seepromenade Pertisau: eben und breit
  • Uferweg Seespitz bis Buchau: flach
  • Ostufer: teils neben der Straße, größtenteils machbar
  • Westufer: Steige mit Stufen, nicht befahrbar

Was kannst du rund um das Thema noch erleben?

Achenseekraftwerk in Jenbach

Das Kraftwerk ist ein Industriebau aus den 1920er-Jahren und wurde als technische Meisterleistung gefeiert. Mehr zum Bau, zur Technik und zur Lage erfährst du auf der Seite Achenseekraftwerk.

Achenseeschifffahrt

Die Schifffahrt ist Teil der TIWAG-Gruppe und fährt seit 1887 über den See. Wer die Eigentumsgeschichte des Sees verstehen will, erlebt sie hier am unmittelbarsten.

Geoweg am See

Rund um den See erklären Tafeln die Entstehung des Sees, die Hydrologie und die Stromerzeugung. Für Familien mit älteren Kindern ist das eine gute Ergänzung zu einem Badetag.

Häufige Fragen zum Eigentum am Achensee

Wem gehört der Achensee?

Der Achensee gehört der Stadt Innsbruck. Sie hat ihn 1919 vom Kloster St. Georgenberg-Fiecht gekauft.

Gehört der Achensee der TIWAG?

Nein. Die TIWAG ist Eigentümerin des Achenseekraftwerks in Jenbach, der See selbst gehört seit 1992 wieder ganz der Stadt Innsbruck.

Darf man im Achensee kostenlos baden?

Ja. Schwimmen, Stand-up-Paddling und kleine Ruderboote sind ohne Erlaubnis gestattet. Eintritt zahlst du nur für einzelne Strandbäder.

Warum ist der Achensee im Winter so leer?

Weil das Kraftwerk im Winter mehr Wasser entnimmt, als nachfließt. Der Spiegel sinkt dadurch um rund fünf bis sechs Meter.

Mein Fazit

Dass ein Bergsee mitten in Tirol einer Stadt gehört, die über 30 Kilometer entfernt liegt, klingt zunächst kurios. Es erklärt aber, warum der Achensee so gut geschützt ist: keine Verbrennungsmotoren, geregelte Wassersportzonen und eine Seeverwaltung, die darauf achtet, dass Badegäste, Segler, Taucher und Fischer nebeneinander Platz haben. Für dich als Gast bleibt das Wichtigste frei: der Sprung ins klare Wasser.

Weiterführende Links

–> Achensee – Fakten und Überblick

–> Achensee Wassertemperatur

–> Elektroboote am Achensee

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