Der Achensee ist mit 6,8 Quadratkilometern der größte See Tirols. Er liegt auf 929 Metern zwischen dem Karwendel im Westen und dem Rofan im Osten, ist bis zu 133 Meter tief und so klar, dass du an ruhigen Tagen von der Uferpromenade aus den Grund siehst. Die Einheimischen nennen ihn gern das Tiroler Meer, Besucher sprechen wegen seiner langen, schmalen Form oft vom Fjord der Alpen.
Ich bin seit vielen Jahren in jeder Jahreszeit am See unterwegs. Auf dieser Seite findest du die wichtigsten Fakten, die Orte am Ufer, die schönsten Badestellen, das Schiff, den Rundweg und meine Tipps, wie du den See auch an vollen Sommertagen entspannt erlebst. Von hier aus geht es zu allen Detailseiten.
Darum geht es auf dieser Seite
- Wo liegt der Achensee – und wie groß ist er wirklich?
- Der Achensee auf der Karte
- Warum ist der Achensee so klar und so türkis?
- Wem gehört der Achensee – und warum schwankt der Wasserstand?
- Welche Orte liegen am Achensee?
- Wo kannst du im Achensee baden?
- Wie lohnt sich eine Fahrt mit dem Achensee-Schiff?
- Kann man um den Achensee herumwandern?
- Was kannst du auf dem Wasser sonst noch machen?
- Lohnt sich der Achensee auch im Winter?
- Meine Tipps & Tricks für den Achensee
- Wie gut ist der Achensee für Familien, Hunde und Kinderwagen?
- Was kannst du rund um den Achensee noch erleben?
- Wo übernachtest du am besten am Achensee?
- Häufige Fragen zum Achensee
Der Achensee auf einen Blick
- Fläche: 6,8 km², größter See Tirols
- Seehöhe: 929 m
- Tiefe: bis zu 133 m
- Länge: rund 9 km von Seespitz bis zum Nordufer bei Achenkirch
- Lage: Bezirk Schwaz, nördlich von Jenbach, rund 380 m über dem Inntal
- Orte am Ufer: Achenkirch, Pertisau, Maurach (Gemeinde Eben am Achensee)
- Eigentümer: Stadt Innsbruck seit 1919, genutzt als Speicher für das Achenseekraftwerk
- Baden: von Juni bis September, Wasser meist zwischen 16 und 20 Grad
- Schifffahrt: sechs Anlegestellen, Sommersaison von Anfang Mai bis Anfang November
Wo liegt der Achensee – und wie groß ist er wirklich?
Der See liegt im Norden Tirols, ein paar Kilometer oberhalb von Jenbach im Inntal und nur wenige Kilometer vor der Grenze zu Bayern. Von der Inntalautobahn bist du in rund zehn Minuten oben am Südufer, von München kommst du über den Achenpass direkt ans Nordufer. Alle Entfernungen und Routen habe ich auf der Seite Wo liegt der Achensee? zusammengestellt.
Auf der Landkarte wirkt der Achensee schmal, vor Ort überrascht er mit seiner Länge: Vom Bahnhof Seespitz im Süden bis zum Badestrand am Nordufer sind es rund neun Kilometer, an der breitesten Stelle ist er gut einen Kilometer breit. Am Westufer fallen die Hänge von Seebergspitze und Seekarspitze steil ins Wasser, deshalb gibt es dort keine Straße. Am Ostufer verläuft die Achenseestraße, darüber erheben sich Rofan und Unnütz.
Der Achensee auf der Karte
Die Karte zeigt die Orte am Ufer, die wichtigsten Badestellen, die sechs Schiffsanlegestellen und die Bahnen. Ein Klick auf einen Punkt öffnet den Namen und den Link zur passenden Seite. Eine größere Karte mit Parkplätzen, Hütten und Filtern findest du unter Achensee Karte.
Orte · Badestellen · Schiffsanlegestellen · Bahnen
Warum ist der Achensee so klar und so türkis?
Der See wird von Bergbächen aus dem Karwendel und dem Rofan gespeist, das Einzugsgebiet besteht überwiegend aus Wald, Almen und Fels. Das Land Tirol untersucht die Badestellen im Sommer regelmäßig, und der Achensee gehört dabei zu den Seen mit der größten Sichttiefe im ganzen Land. Das helle Kalkgestein am Grund sorgt dafür, dass das Wasser in Ufernähe türkis leuchtet. Warum das an manchen Tagen fast karibisch wirkt, erkläre ich auf der Seite Achensee Karibik.
Die Kehrseite: Klares, tiefes Bergwasser bleibt kühl. Im Hochsommer erreicht die Oberfläche meist 18 bis 20 Grad, an langen Hitzeperioden auch etwas mehr, aber schon wenige Meter tiefer wird es deutlich kälter. Die Werte Monat für Monat findest du auf der Seite Achensee Wassertemperatur.
Wem gehört der Achensee – und warum schwankt der Wasserstand?
Über Jahrhunderte gehörte der See dem Kloster St. Georgenberg-Fiecht, zwischen dem 15. und 18. Jahrhundert besaßen ihn die Habsburger. 1919 kaufte ihn die Stadt Innsbruck vom Kloster. 1924 gingen die Wasserrechte an die neu gegründete TIWAG, seit 1992 gehört der See wieder ganz der Stadt, das Kraftwerk der TIWAG. Seit 1927 nutzt das Achenseekraftwerk in Jenbach das Gefälle von rund 380 Metern zum Inntal, betrieben von der TIWAG. Natürlich fließt der See nach Norden über die Seeache Richtung Isar ab, technisch wird Wasser durch einen Stollen ins Inntal geleitet.
Für dich als Gast heißt das: Im Winter wird der Spiegel für die Stromerzeugung um mehrere Meter abgesenkt, im Frühjahr füllt ihn die Schneeschmelze wieder auf. Im Spätwinter siehst du deshalb breite Kiesufer, die im Sommer unter Wasser liegen. Die ganze Geschichte steht auf der Seite Wem gehört der Achensee?.
Welche Orte liegen am Achensee?
Am Ufer liegen drei Orte mit sehr unterschiedlichem Charakter. Pertisau am Westufer ist der klassische Urlaubsort mit Seepromenade, Golfplatz und den Karwendeltälern direkt vor der Tür. Maurach am Südende gehört zur Gemeinde Eben und ist mit Rofan Seilbahn, Atoll und Achenseebahn das praktische Basislager. Achenkirch im Norden ist ein langgezogenes Dorf mit Bauernhöfen, Heimatmuseum und dem kleinen Skigebiet Christlum.
Etwas abseits des Ufers liegen Eben mit der Notburgakirche, Steinberg am Rofan in einem ruhigen Hochtal und Wiesing unten am Inn. Welcher Ort zu deinem Urlaub passt, vergleiche ich ausführlich unter Orte am Achensee.
Wo kannst du im Achensee baden?
Rund um den See gibt es freie Naturbadestellen, kostenlose Strandbäder und das SEE-Bad im Atoll, für das in der Hochsaison Eintritt anfällt. Familien mögen den flachen Einstieg am Badestrand Seespitz und den Sprungturm im Strandbad Pertisau, wer Infrastruktur mit Stegen, Bar und Spielplatz sucht, ist im SEE-Bad Atoll richtig. In Achenkirch liegen der Badestrand Achensee Nord am Nordufer sowie die Strände Achenseehof und Schwarzenau am Ostufer.
Wichtig für Hundebesitzer: In einigen Strandbädern sind Hunde verboten, am Uferweg zwischen Seespitz und Pertisau gibt es dafür einen eigenen eingezäunten Hundebadestrand. Alle Badestellen mit Ausstattung, Kosten und Parkplätzen vergleiche ich auf der Seite Baden am Achensee.
Wie lohnt sich eine Fahrt mit dem Achensee-Schiff?
Seit 1887 fahren Schiffe über den Achensee. Heute verbinden drei Motorschiffe die sechs Anlegestellen Seespitz, Buchau, Pertisau, Gaisalm, Seehofkapelle und Scholastika. Mit dem Hop-on-Hop-off-Ticket kannst du an jeder Station einmal aussteigen, die große Rundfahrt dauert ohne Pausen rund zwei Stunden. Das Schiff ist außerdem der bequemste Weg zur Gaisalm, die nur zu Fuß oder per Boot erreichbar ist.
Besonders schön finde ich die Kombination mit der Achenseebahn: mit der Dampf-Zahnradbahn von Jenbach hinauf nach Seespitz und dort direkt aufs Schiff. Fahrplan, Preise 2026, Hunde und Fahrräder an Bord erkläre ich auf der Seite Achenseeschifffahrt.
Kann man um den Achensee herumwandern?
Ja, der Achensee Rundweg ist rund 22 Kilometer lang und in etwa fünfeinhalb Stunden zu schaffen. Das Ostufer ist flach und einfach, am Westufer führen Gaisalmsteig und Mariensteig teils in den Fels gehauen und mit vielen Stufen hoch über dem Wasser entlang. Dort brauchst du Trittsicherheit, wirst aber mit den schönsten Seeblicken belohnt. Wer nicht die ganze Runde gehen möchte, kürzt mit dem Schiff ab.
Etappen, Varianten und was im Winter gilt, findest du auf der Seite Achensee Seerundweg.
Was kannst du auf dem Wasser sonst noch machen?
Der Achensee ist durch seine Lage zwischen zwei Gebirgen ein verlässliches Windrevier. An Sommertagen weht morgens oft ein Südwind, am Nachmittag setzt der Nordwind ein. Davon profitieren Segler, Windsurfer und Kiter. Wer es ruhiger mag, paddelt am frühen Morgen auf dem Stand-up-Board über das spiegelglatte Wasser oder leiht sich ein Elektroboot.
Die Einzelseiten zu Segeln, Windsurfen, Kitesurfen, SUP und Kajak, Tauchen, Fischen und Elektrobooten zeigen dir, wo es Verleih und Kurse gibt und welche Regeln am See gelten.
Lohnt sich der Achensee auch im Winter?
Unbedingt, nur anders. Baden ist im Winter höchstens beim Silvesterschwimmen ein Thema, dafür liegt der See ruhig und dunkelblau zwischen verschneiten Hängen. Rund um Pertisau und Achenkirch gibt es Loipen, in Christlum, im Rofan und an der Karwendel Bergbahn kleine Skigebiete, und im Advent verwandelt sich das Ufer bei Seespitz in einen Weihnachtsmarkt mit beleuchteten Schiffen. In den letzten Jahren fuhr das Schiff auch im Winter an ausgewählten Tagen zwischen Pertisau und Scholastika.
Was du dabei beachten musst: Die Steige am Westufer sind im Winter wegen Lawinengefahr gesperrt, und der abgesenkte Wasserspiegel verändert die Uferlinie. Mehr dazu unter Winter am Achensee.
Meine Tipps & Tricks für den Achensee
- Früh oder spät kommen: Zwischen 11 und 16 Uhr sind Parkplätze und Badewiesen im Juli und August voll. Vor 10 Uhr und ab 17 Uhr hast du den See fast für dich.
- Mit Bahn und Bus anreisen: Die Regiobusse ab Jenbach fahren alle Orte am Ufer an, das spart die Parkplatzsuche an der Seepromenade.
- Schiff statt Auto: Zwischen Pertisau und Achenkirch ist das Schiff oft schneller als das Auto, weil die Straße um den ganzen See herumführt.
- Wind einplanen: Wer paddeln oder rudern will, geht am Vormittag aufs Wasser. Am Nachmittag wird es bei Nordwind schnell ungemütlich.
- Wasserschuhe einpacken: An vielen Naturbadestellen besteht das Ufer aus grobem Kies, mit Badeschuhen ist der Einstieg deutlich angenehmer.
- Achensee Card nutzen: Mit einer Übernachtung bekommst du die Gästekarte, die dir bei vielen Partnern am See Vorteile bringt. Was genau inbegriffen ist, steht auf der Seite zur Achensee Card.
Welche Fehler machen viele Besucher am Achensee?
Der häufigste Fehler ist, die Wassertemperatur zu unterschätzen. Wer bei 30 Grad Lufttemperatur von einem Steg ins Wasser springt, bekommt bei 17 Grad einen ordentlichen Kälteschock. Lass dich langsam ins Wasser gleiten und schwimm nicht allein weit hinaus, der See wird schnell tief.
Ebenso oft unterschätzt: der Mariensteig. Viele starten in Turnschuhen und mit Kinderwagen von Pertisau Richtung Gaisalm und drehen nach den ersten Treppen um. Für das Westufer brauchst du feste Schuhe, für Kinderwagen ist nur das Ost- und Südufer geeignet.
Wie gut ist der Achensee für Familien, Hunde und Kinderwagen?
Was erleben Kinder am Achensee?
Kinder haben am See vor allem mit Wasser, Schiff und Dampflok ihren Spaß. Die flachen Einstiege in Seespitz und Buchau sind ideal für kleine Schwimmer, das Strandbad Pertisau hat Kinderbecken und Rutsche, und im Familienbereich des Atoll klettern Kinder auf einem ausrangierten Achensee-Schiff. Eine Fahrt mit der Dampf-Zahnradbahn nach Seespitz und danach mit dem Schiff zur Gaisalm ist für viele Kinder der Höhepunkt der Woche, und die Alm hat einen eigenen Spielplatz.
Was musst du mit Hund am Achensee beachten?
Hunde sind am Achensee willkommen, es gelten aber klare Regeln. In den Gemeinden besteht Leinen- oder Maulkorbpflicht, im Strandbad Pertisau, im Atoll und am Badestrand beim Campingplatz Achenkirch sind Hunde nicht erlaubt. Am Badestrand Seespitz und am eingezäunten Hundebadestrand vor Pertisau dürfen Vierbeiner ins Wasser. Auf dem Schiff fuhr dein Hund im Sommer zuletzt kostenlos mit, an Bord brauchst du Leine und Maulkorb. Alle Plätze findest du unter Hunde-Badeplätze am Achensee.
Kommst du mit dem Kinderwagen gut um den See?
Teilweise. Sehr gut geht es auf der Seepromenade in Pertisau, auf dem Uferweg von Seespitz nach Buchau und weiter am Ostufer Richtung Achenkirch. Das Westufer zwischen Pertisau und Achenkirch ist für Kinderwagen dagegen ungeeignet.
- Gut: Seepromenade Pertisau, Seespitz bis Atoll, Uferweg am Ostufer
- Mit Einschränkungen: einzelne Abschnitte am Ostufer neben der Achenseestraße
- Nicht möglich: Mariensteig und Gaisalmsteig am Westufer
- Schiff: Kinderwagen kannst du an Bord mitnehmen, die MS Stadt Innsbruck ist barrierefrei
Was kannst du rund um den Achensee noch erleben?
Karwendeltäler bei Pertisau
Hinter Pertisau öffnen sich Gerntal, Pletzachtal und Falzthurntal, drei stille Täler mit Almen und Ausgangspunkten für Gipfeltouren. Gerntal und Pletzachtal erreichst du über dieselbe Mautstraße, das Falzthurntal hat eine eigene Zufahrt. Alle Täler stelle ich im Überblick Karwendel aus Achensee-Sicht vor.
Rofan über Maurach
Die Rofan Seilbahn bringt dich von Maurach auf rund 1.840 Meter. Oben warten die Erfurter Hütte, Spielplätze und Wanderwege mit Tiefblick auf den See. Für Kinder gibt es leichte Rundwege, für Geübte Klettersteige und Gipfel wie die Rofanspitze.
Zireiner See
Der kleine, türkisgrüne Bergsee im Rofan ist eines der schönsten Ziele oberhalb des Achensees. Er liegt auf rund 1.800 Metern und ist nur zu Fuß erreichbar, entweder über die Rofan Seilbahn oder durch das Alpbachtal. Die Routen beschreibe ich auf der Seite Zireiner See.
Großer Ahornboden
Das berühmte Tal mit den uralten Bergahornen liegt auf der bayerisch-tirolerischen Seite des Karwendels. Mit dem Auto erreichst du es am besten von Achenkirch über den Sylvensteinsee, zu Fuß oder mit dem Rad geht es ab Pertisau über das Plumsjoch, allerdings sehr steil. Details stehen auf der Seite Großer Ahornboden.
Wo übernachtest du am besten am Achensee?
Direkt am Wasser wohnst du vor allem in Pertisau und in den Ortsteilen Seespitz und Buchau in Maurach, ruhiger und oft günstiger ist es in Achenkirch und Steinberg. Meine Auswahl der Häuser mit Seeblick habe ich unter Hotels am See zusammengestellt, einen Überblick über alle Unterkunftsarten findest du unter Unterkünfte am Achensee.
Häufige Fragen zum Achensee
Wie tief ist der Achensee?
Der Achensee ist an seiner tiefsten Stelle bis zu 133 Meter tief. In Ufernähe wird er an vielen Stellen schnell tief, flache Einstiege gibt es vor allem in Seespitz und Buchau.
Ist der Achensee der größte See in Tirol?
Ja, mit 6,8 Quadratkilometern ist der Achensee der größte See, der vollständig in Tirol liegt.
Kann man im Achensee baden?
Ja, von Juni bis September ist Baden an vielen freien Naturbadestellen und in mehreren Strandbädern möglich. Das Wasser erreicht im Hochsommer meist 18 bis 20 Grad.
Darf man am Achensee mit dem eigenen Boot fahren?
Verbrennungsmotoren sind auf dem Achensee verboten, Elektromotoren bis 2.200 Watt sind mit Bootslizenz erlaubt. Ruderboote, Elektroboote und Stand-up-Boards kannst du in den Orten am Ufer leihen.
Mein Fazit
Der Achensee ist kein See, den man an einem Nachmittag abhakt. Je länger ich hier unterwegs bin, desto mehr schätze ich die Gegensätze: das belebte Südufer mit Bahn und Atoll, die stille Westseite, die nur Wanderer und Schiffspassagiere erreichen, und das ländliche Achenkirch im Norden. Plane mindestens einen Tag mit Schiff und Rundweg ein und nimm dir für die Badestellen Zeit außerhalb der Mittagsstunden. Dann zeigt sich das Tiroler Meer von seiner besten Seite.


