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Rund um den Achensee gibt es zwei Arten von Straßen. Mautstraßen führen ins Karwendel hinein: von Pertisau ins Falzthurntal und ins Gerntal und von Hinterriß über den Großen Ahornboden in die Eng. Und dann gibt es noch die öffentliche Achenseestraße B181 mit der Kanzelkehre und den öffentlichen Achenpass an der Grenze zu Bayern.

Jede Achensee Mautstraße führt zu einer Alm, hinter der nur noch Wanderwege und Gipfel kommen. Das macht sie so wertvoll für alle, die das Karwendel ohne lange Talhatscher erleben möchten. Ich habe dir hier zusammengestellt, welche Straße wohin führt, was sie kostet und worauf du achten solltest. Außerdem verrate ich dir am Ende des Beitrags noch weitere echt schöne Panoramastraßen.

Mautstraße am Achensee in Pertisau
Mautstraße am Achensee in Pertisau

Darum geht es auf dieser Seite

Die Straßen am Achensee auf einen Blick

  • Mautstraße Karwendeltäler: von Pertisau ins Falzthurntal und Gerntal, ein Ticket für beide Täler
  • Preis Karwendeltäler 2026: Auto 7 € pro Tag, Motorrad 5 €, Wochenkarte 20 €
  • Mautstraße Hinterriß – Eng: rund 15 km über den Großen Ahornboden, Auto 7 €, Wohnmobil 12 €
  • Saison: Mautstraßen meist von Anfang Mai bis Ende Oktober, im Winter gesperrt
  • Fahrräder: auf allen Mautstraßen kostenlos
  • Achenseestraße B181: von Wiesing über die Kanzelkehre bis zur Grenze, mautfrei
  • Achenpass: 941 m, Grenze zwischen Tirol und Bayern, ganzjährig befahrbar

Welche Straßen führen vom Achensee ins Karwendel – und welche nur außen herum?

Ins Karwendel hinein führen vom See aus nur die beiden Mautstraßen hinter Pertisau, alle anderen Straßen umrunden das Gebirge. Auf der Karte siehst du die Mautstellen, die Almen am Ende der Täler, die Kanzelkehre und den Achenpass. Gut zu erkennen ist auch, wie nah die Eng am Achensee liegt und wie weit der Umweg dorthin über Bayern ist.

Straßen und Mautstellen · Hütten und Almen · Orte · Naturziele

Was kostet die Maut 2026, und was ist im Ticket schon drin?

In beiden Mautgebieten ist das Parken im Preis enthalten, und Fahrräder fahren kostenlos. Das ist ein echter Vorteil gegenüber vielen anderen Ausflugszielen in Tirol, wo zur Straßengebühr noch Parkgebühren kommen.

StraßeStreckeAutoMotorradSaison
Karwendeltäler PertisauFalzthurntal bis Gramaialm, Gerntal bis Gernalm7 € pro Tag5 € pro TagMitte April oder Anfang Mai bis Oktober
Hinterriß – Engüber den Großen Ahornboden7 €5 €1. Mai bis Ende Oktober
Wallgau – VorderrißZufahrt ins Rißtal aus dem Isartal6 € pro Tag6 € pro Tagganzjährig
Mautstraßen rund um den Achensee, Preise 2026 laut Betreibern und Naturpark Karwendel

Für die Karwendeltäler gibt es außerdem Mehrtageskarten: 20 Euro für eine Woche, 30 Euro für zwei und 40 Euro für drei Wochen. Busse zahlen auf beiden Straßen 1 Euro pro Fahrgast.

Warum reicht in Pertisau ein Ticket für zwei Täler?

Mautstraße Gramaialm

Weil beide Täler über dieselbe Mautstelle Karwendeltäler am Ortsrand von Pertisau erschlossen werden. Rund 500 Meter dahinter teilt sich die Straße: Links fährst du auf der Mautstraße Falzthurn bis zur Gramaialm, rechts auf der Mautstraße Gerntal vorbei an der Pletzachalm bis zur Gernalm. Mit einem Tagesticket kannst du also vormittags das eine und nachmittags das andere Tal besuchen. Wer genau wissen will, wie er zu den Almen kommt, findet die Details auf den Seiten zur Gramai Mautstraße und zur Pletzachalm Mautstraße.

Beide Straßen sind asphaltiert, aber schmal und auf den Almweiden laufen Kühe frei herum – so wie hier am Lister Ellenbogen die Schafe! Fahre also nicht zu schnell und achte auf die Tiere, die auch mal die Straße überqueren oder direkte am Straßenrand stehen.

Warum musst du für den Großen Ahornboden über Bayern fahren?

Weil zwischen dem Achensee und der Eng der Hauptkamm des Karwendels liegt und keine Straße darüber führt. Mit dem Auto fährst du von Achenkirch über die Grenze, am Sylvensteinsee vorbei nach Vorderriß und weiter nach Hinterriß. Dort beginnt die Mautstraße durchs Rißtal, die auf rund 15 Kilometern über den Ahornboden bis zum Talschluss führt.

Zu Fuß oder mit dem Mountainbike geht es auch direkt über das Plumsjoch, allerdings auf einem sehr steilen Weg. Anfahrt, Preise und Saison stehen auf der Seite Rißtal und Engalm.

Welche Straßen kosten nichts und lohnen trotzdem einen Halt?

Die Achenseestraße B181 und der Achenpass sind mautfrei und haben jeweils einen Punkt, an dem du unbedingt anhalten solltest. Auf der Achenseestraße B181 ist das die Kanzelkehre oberhalb von Wiesing mit ihrem weiten Blick ins Inntal. Am Achenpass ist es die Kaiserwacht an der Grenze, wo die Berge eng zusammenrücken und die Straße zum Sylvensteinsee abzweigt. Beide Straßen zusammen bilden die Hauptachse der Region: vom Inntal hinauf an den See, am Ostufer entlang und über die Grenze zum Tegernsee.

Was ist im Winter noch befahrbar?

Im Winter bleiben nur die Achenseestraße und der Achenpass offen, beide Mautgebiete sind für Autos gesperrt. In den Karwendeltälern bei Pertisau werden dann Loipen und Winterwanderwege angelegt, und nur der Wirt der Gramaialm darf die Straße noch nutzen. Die Almen im Falzthurntal und Gerntal sind trotzdem bewirtschaftet und auf Langlaufski, zu Fuß oder mit dem Pferdeschlitten erreichbar. Wo die Spuren verlaufen, zeigt dir die Übersicht der Loipen in Pertisau.

Die Straße in die Eng hat ab dem 3. November 2026 Wintersperre. Am Achenpass gilt bei Schnee Kettenpflicht.

Meine Tipps & Tricks für die Straßen am Achensee

  1. Vor 10 Uhr in die Täler: Die Parkplätze bei Gramaialm, Gernalm und in der Eng sind an schönen Wochenenden ab dem späten Vormittag voll.
  2. Wochenkarte ab dem dritten Tag: Wer im Urlaub mehrmals in die Karwendeltäler fährt, spart mit der Wochenkarte schon ab der dritten Fahrt.
  3. E-Bike statt Auto: Die Straßen ins Falzthurntal und Gerntal steigen nur sanft an und sind mit dem E-Bike sehr angenehm, ganz ohne Maut. Touren dafür findest du bei meinen Ideen für das E-Bike am Achensee.
  4. Zwei Täler an einem Tag: Vormittags in die Gramai, nachmittags zur Gernalm, mit demselben Ticket.
  5. Schritttempo bei Kühen: Auf den Almstraßen stehen Rinder oft mitten auf der Fahrbahn. Warten wirkt besser als Hupen.

Welche Fehler kosten am meisten Zeit und Nerven?

Am ärgerlichsten ist es, im Spätherbst ohne Blick auf die Saison loszufahren und vor der geschlossenen Mautstelle zu stehen. Die Täler schließen je nach Wetter, oft schon nach dem ersten Schneefall. Ebenso häufig: Mit dem Wohnmobil auf einem Parkplatz in den Tälern übernachten. Campieren ist im Naturpark Karwendel und auf den Parkplätzen nicht erlaubt. Wo du stattdessen stehen kannst, liest du in meinem Ratgeber für das Wohnmobil am Achensee.

Was wartet am Ende der Straßen?

Mautstraße Gramaialm

Almen, auf die du ohne Aufstieg kommst

Am Ende der Mautstraßen liegen einige der schönsten bewirtschafteten Almen Tirols: die Gramaialm im Falzthurntal, Pletzachalm und Gernalm an der Straße ins Gerntal und die Engalm am Großen Ahornboden. Weitere Einkehrziele findest du in meiner Übersicht der Hütten am Achensee.

Gipfel für Bergsteiger

Für Bergsteiger sind die Täler das Sprungbrett zu Gipfeln wie Lamsenspitze, Sonnjoch oder Plumsjoch. Meine Tourenauswahl steht bei den Bergen am Achensee.

Das Karwendel als Ganzes

Wie die Täler zusammenhängen und welches für welchen Urlaubstag passt, erkläre ich auf der Seite Karwendel aus Achensee-Sicht.

Noch mehr besondere Straßen in den Bergen
Wenn dir die Fahrt auf den Straßen am Achensee gefällt, solltest du auch einmal hier fahren:
– nicht weit von hier durch die Zillertaler Alpen zum Schlegeisspeicher auf der Schlegeis Alpenstraße
– am Walchensee entlang auf der Walchensee Mautstraße
– von Seegatterl in Reit im Winkl hinauf auf die Winklmoosalm
– mit dem Bus hinauf auf der berühmten Kehlsteinstraße

Häufige Fragen zu den Mautstraßen am Achensee

Braucht man für die Straßen am Achensee eine Vignette?

Nein. Eine Vignette brauchst du nur auf der Inntalautobahn A12, nicht auf der Achenseestraße, am Achenpass oder auf den Mautstraßen.

Gibt es für Urlauber günstigere Maut?

In der Eng zahlen Urlaubsgäste mit Auto einmalig 10 Euro für ihren ganzen Aufenthalt. Hausgäste der Gernalm zahlen die Maut ins Gerntal nur einmal.

Gibt es in den Mauttälern eine Tankstelle?

Nein, weder in den Karwendeltälern noch im Rißtal. Tanke vorher in Pertisau, Maurach oder Achenkirch.

Kann man die Maut mit Karte zahlen?

An der Mautstelle Hinterriß kannst du bar oder mit Bankkarte zahlen. Für Pertisau solltest du sicherheitshalber Bargeld dabeihaben.

Mein Fazit

Die Mautstraßen sind der Schlüssel zum Karwendel am Achensee, und mit Parken inklusive gehören sie zu den fairsten Angeboten der Region. Wer sie geschickt kombiniert, erlebt an einem Tag zwei Talschlüsse unter mächtigen Kalkwänden oder fährt in einem großen Bogen über Bayern bis zum Ahornboden. Und für die Anreise lohnt es sich, Kanzelkehre und Achenpass nicht nur als Durchfahrtsstrecke zu sehen.

Weiterführende Links

–> Parkplatz Pertisau Karwendeltäler

–> Großer Ahornboden

–> Anreise mit dem Auto

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