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Eben am Achensee ist zweierlei: ein kleines Kirchdorf auf rund 960 Metern oberhalb von Maurach – und die Gemeinde, zu der Maurach und Pertisau gehören. Mit gut 3.500 Einwohnern ist sie die größte Gemeinde am See. Bekannt ist Eben vor allem als Grabstätte der heiligen Notburga, der beliebtesten Volksheiligen Tirols, deren Reliquien seit Jahrhunderten Pilger anziehen.

Viele fahren auf dem Weg zum See an Eben einfach vorbei. Dabei lohnt sich der kurze Halt: Die Kirche gehört zu den schönsten Barockbauten Tirols, und von hier starten einige der aussichtsreichsten und zugleich ruhigsten Wanderungen der Region.

Darum geht es auf dieser Seite

Wissenswertes zu Eben am Achensee auf einen Blick

  • Lage: Kirchdorf an der B181 zwischen Kanzelkehre und Maurach, Bezirk Schwaz
  • Höhe: rund 960 m
  • Gemeinde: umfasst Eben, Maurach, Pertisau, das Bächental und einen Teil von Hinterriß
  • Anfahrt: A12 bis Ausfahrt Wiesing/Achensee, dann über die Kanzelkehre hinauf
  • Bus und Bahn: Regiobus 8332 und Haltestelle der Achenseebahn
  • Notburga-Museum: Mai bis Oktober, Mo, Mi, Fr und So 15–17 Uhr
  • Notburga-Sonntag: zweiter Sonntag im September (2026: 13. September)
  • Hund: Leinen- oder Maulkorbpflicht im ganzen Gemeindegebiet

Wo genau liegt Eben – und warum heißt die Gemeinde so?

Das Dorf Eben liegt auf einer Geländestufe südlich von Maurach, dort, wo die Achenseestraße nach dem Anstieg aus dem Inntal ebenes Gelände erreicht. Vom Kirchplatz aus siehst du schon den See. Weil Eben das alte Pfarrdorf ist, trägt die ganze Gemeinde seinen Namen – auch wenn heute in Maurach und Pertisau deutlich mehr Menschen leben.

Roter Punkt: Eben am Achensee. Blaue Punkte: weitere Orte am Achensee – ein Klick führt zur jeweiligen Seite.

Alle Orte rund um den See findest du auf der interaktiven Achensee-Karte.

Warum gehört ein Teil von Hinterriß zu Eben, obwohl du nur über Bayern hinkommst?

Weil die Gemeinde weit ins Karwendel hineinreicht. Zur Gemeinde Eben gehören nicht nur Maurach und Pertisau am See, sondern auch das Bächental, in dem bis heute das Tiroler Steinöl gewonnen wird, und der östliche Teil von Hinterriß im Rißtal. Diese Exklave liegt rund 50 Straßenkilometer vom Gemeindeamt entfernt und ist mit dem Auto nur über Bayern erreichbar.

Eben selbst wird schon um 1140 erstmals urkundlich erwähnt. Im Gemeindewappen steht bis heute ein silbernes Kandl, ein Krug – das Erkennungszeichen der heiligen Notburga.

Wer war die heilige Notburga – und warum liegt sie in Eben?

Notburga war eine einfache Dienstmagd aus Rattenberg, die im 13. Jahrhundert lebte und ihr Leben den Armen und Kranken widmete. Sie gilt als Patronin der Dienstboten und Bauern. Nach ihrem Tod um 1313 wurde sie in Eben bestattet, und schon im späten Mittelalter entwickelte sich der Ort zum Zentrum der Notburga-Wallfahrt.

Um sie ranken sich Legenden wie das Sichelwunder: Als ihr Dienstherr sie nach dem Feierabendläuten weiterarbeiten lassen wollte, soll sie ihre Sichel in die Luft geworfen haben – und die blieb dort hängen. Der Schriftsteller Ludwig Steub machte sich 1871 in seinem Buch „Drei Sommer in Tirol” ein wenig lustig über die Spaziergänger, die mangels anderer Wege zum Wallfahrtsort hinaufpilgerten.

Welche Sehenswürdigkeiten in Eben lohnen sich?

Kirche, Museum und Pfarrhaus bilden in Eben ein geschlossenes Ensemble. Dafür brauchst du etwa eine Stunde – rechne lieber mehr ein, wenn du danach noch zum Kirchenwirt willst.

Was siehst du in der Notburgakirche?

Am Hochaltar steht die eingekleidete Skelettfigur der heiligen Notburga – ein ungewöhnlicher, für viele Besucher berührender Anblick. Die barocke Pfarr- und Wallfahrtskirche St. Notburga wurde 1718 geweiht und zählt zu den schönsten Barockbauten Tirols. Mit dem Mesnerhaus und dem Widum, dem ehemaligen Pfarrhaus, bildet sie ein kleines Ensemble am Ortsrand. Der Eintritt in die Kirche ist frei.

Was zeigt das Notburga-Museum?

Die jahrhundertelange Verehrung einer Heiligen – und das ist in Österreich einzigartig: Das Notburga-Museum im Widum gilt als einziges Museum des Landes, das einer heiligen Frau gewidmet ist. Gezeigt werden die ältesten Dokumente der Notburga-Verehrung, Gemälde, Skulpturen und barocke Kunst, aber auch das Leben des Hauspersonals früherer Zeiten. 2006 erhielt es den Tiroler Museumspreis. Geöffnet ist von Mai bis Oktober am Montag, Mittwoch, Freitag und Sonntag von 15 bis 17 Uhr, im Winter nach Voranmeldung. Am Notburga-Sonntag ist es von 10 bis 21 Uhr offen.

Wie feiert Eben den Notburga-Sonntag?

Mit Festgottesdiensten und Feierlichkeiten am zweiten Sonntag im September – 2026 am 13. September. Dann kommen besonders viele Pilger nach Eben. Wer das Fest erleben will, kommt am besten mit Bus oder Achenseebahn, weil die Parkplätze an diesem Tag knapp sind.

Wie kommst du nach Eben – und wo parkst du?

Eben liegt direkt an der Achenseestraße B181. Von der A12-Ausfahrt Wiesing/Achensee fährst du über die Kanzelkehre hinauf und erreichst Eben vor Maurach. Mit dem Regiobus 8332 ab Jenbach steigst du an der Notburgakirche aus. Am stimmungsvollsten ist die Anreise mit der Achenseebahn, die in Eben eine eigene Haltestelle hat – von dort sind es nur wenige Schritte zur Kirche.

Am südlichen Ortsbeginn liegt ein gebührenpflichtiger Parkplatz, weitere Plätze gibt es bei der Wallfahrtskirche. Alle Parkplätze der Gemeinde findest du unter Parken in Maurach und Eben.

Welche Wanderungen ab Eben lohnen sich wirklich?

Von Eben aus gehst du auf Wegen, die weit weniger begangen sind als die Klassiker am See – und trotzdem mit Blick auf Achensee, Inntal und Zillertal. Weitere Touren findest du unter Wandern am Achensee.

ZielStartLänge / ZeitHöhenmeter
Notburgaweg nach MaurachEben, Notburgakirche4,3 km / 1:30 h115 Hm
Notburgasteig zur KanzelkehreMaurach, Talstation Rofan Seilbahn7,5 km / 2:30 h235 Hm
Kirchen- und Kapellenweg nach WiesingWiesing, Pfarrkirche8,7 km / 2:30 h400 Hm
Astenau AlpeEben, Ortsbeginn5 km hin und zurückca. 510 Hm
Ebner Joch (1.957 m)Eben über die Astenau AlpeTagestourca. 1.000 Hm
Tourdaten laut Achensee Tourismus und Tourenportalen

Der Notburgaweg ist ein Kreuzweg von Maurach zur Kirche – kurz, familienfreundlich und auf guten Wald- und Wiesenwegen. Wer weitergehen möchte, folgt dem Notburgasteig hinunter zum Panorama-Restaurant Kanzelkehre. Bergauf führt ein gut angelegter Weg durch schattigen Wald zur Astenau Alpe, die von April bis November bewirtschaftet ist und eine kleine Notburga-Kapelle hat. Von dort ist das Ebner Joch der Hausberg von Eben – einer der schönsten Aussichtsgipfel am Westrand des Rofan.

Lohnt sich Eben auch im Winter?

Für ruhige Wintertage ja. Die Loipe Eben (4,5 km, klassisch) ist eine der Strecken am See, die auch für Schlittenlanglauf gespurt werden; alle Infos stehen unter Loipen Eben. Der Notburgaweg bleibt als Winterwanderweg offen, und die Notburgakirche ist im verschneiten Zustand ein schönes Fotomotiv. Zum Skifahren fährst du die wenigen Minuten nach Maurach ins Skigebiet Rofan.

Was solltest du vor dem Besuch wissen? Meine Tipps & Tricks für Eben

  1. Mit der Achenseebahn kommen: Die Haltestelle Eben liegt direkt bei der Kirche – Dampflok, Wallfahrt und Einkehr lassen sich perfekt verbinden.
  2. Museumszeiten einplanen: Das Notburga-Museum hat nur an vier Nachmittagen pro Woche offen, jeweils zwei Stunden.
  3. Einkehr direkt neben der Kirche: Der Kirchenwirt liegt gleich nebenan.
  4. Notburgasteig nur in eine Richtung gehen: Von der Kanzelkehre fährt der Bus zurück nach Maurach.
  5. Am Notburga-Sonntag öffentlich anreisen: Parkplätze sind an diesem Tag knapp.
  6. Astenau Alpe als Halbtagestour: Rund 500 Höhenmeter mit Tiefblick ins Inntal, Einkehr am Ziel.
  7. Ebner Joch für Fernsicht: Der Gipfel am Westrand des Rofan bietet einen weiten Blick über See und Inntal.
  8. Kirchen- und Kapellenweg als Kulturwanderung: Von Wiesing nach Eben kommst du an zahlreichen Kapellen und Wegkreuzen vorbei.

Wie gut ist Eben für Familien, Hunde und Kinderwagen?

Was erleben Kinder in Eben?

Eben ist eher ein Ziel für einen Ausflug als für einen ganzen Kindertag. Gut funktioniert die Kombination aus einer Fahrt mit der Dampfzahnradbahn, dem kurzen Notburgaweg nach Maurach und danach einem Nachmittag im Atoll oder am Badestrand Buchau. Ältere Kinder interessieren sich oft für die Legenden der Notburga – die Geschichte mit der Sichel, die in der Luft hängen blieb, lässt sich vor Ort gut erzählen.

Was musst du mit Hund in Eben beachten?

In der ganzen Gemeinde gilt Leinen- oder Maulkorbpflicht, die kurze Leine darf höchstens zwei Meter lang sein. In Kirche und Museum bleibt der Hund draußen. Die Wege rund um Eben führen teils durch Weiden – auf den Almwegen Richtung Astenau Alpe kann im Sommer Weidevieh stehen, dann gehört der Hund eng an die Seite. Zum Baden fährst du am besten nach Seespitz, wo Hunde erlaubt sind.

Kommst du mit dem Kinderwagen gut durch Eben?

Rund um die Kirche ja, auf den Wanderwegen nur teilweise. Der Weg zur Astenau Alpe ist zu steil, und auch das Ebner Joch scheidet aus.

  • Kirchplatz und Achenseebahn: ebenerdig erreichbar.
  • Notburgaweg: Wald- und Wiesenweg mit leichtem Gefälle Richtung Maurach – mit geländegängigem Kinderwagen machbar.
  • Kirchen- und Kapellenweg: Die Variante zur Grünangerlkapelle in Wiesing ist als kinderwagentauglich ausgewiesen.

Was kannst du rund um Eben noch erleben?

Maurach – zu Fuß in einer halben Stunde am See

Über den Notburgaweg erreichst du Maurach bequem zu Fuß. Dort warten die Rofan Seilbahn mit Erfurter Hütte und Adlerhorst, das Atoll mit Hallenbad und SEE-Bad und in Seespitz der Umstieg von der Achenseebahn aufs Schiff. Zurück nach Eben kommst du mit dem Bus oder der Bahn.

Was siehst du von der Kanzelkehre?

Das Inntal und den Eingang ins Zillertal, tief unter dir. Die Kanzelkehre ist die markante Kehre der Achenseestraße zwischen Eben und Wiesing, mit Aussichtsparkplatz und Panorama-Restaurant. Am schönsten erreichst du sie zu Fuß über den Notburgasteig – und weiter unten im Tal wartet Wiesing mit seinem Kirchen- und Kapellenweg.

Pertisau und die Karwendeltäler

Rund zehn Minuten mit dem Auto entfernt liegt Pertisau, das zweite Seeufer der Gemeinde. Von dort führen Gerntal und Falzthurntal ins Karwendel, die Karwendel-Bergbahn fährt auf den Zwölferkopf, und vom Hochsteg siehst du über den ganzen Südteil des Sees bis Eben zurück.

Wo übernachtest du in Eben am besten?

Im Dorf Eben selbst gibt es nur wenige Unterkünfte, meist kleinere Pensionen und Ferienwohnungen in ruhiger Lage. Die große Auswahl liegt wenige Minuten entfernt in Maurach. Meine Auswahl findest du bei den Hotels in Maurach und Eben und den Ferienwohnungen in Maurach und Eben.

Häufige Fragen zu Eben am Achensee

Wie viele Einwohner hat die Gemeinde Eben?

Rund 3.500. Die meisten leben in Maurach und Pertisau, das Dorf Eben selbst ist klein.

Liegt Eben direkt am Achensee?

Nein, das Dorf liegt etwas südlich und oberhalb des Sees. Zum Ufer in Maurach gehst du rund eine halbe Stunde.

Wann ist der Almabtrieb in Eben?

Im Herbst ziehen auch in Eben und Maurach die Kühe von den Almen. Termine findest du unter Almabtrieb Eben.

Ist die Notburgakirche immer geöffnet?

Als Pfarr- und Wallfahrtskirche ist sie tagsüber in der Regel zugänglich; während der Gottesdienste solltest du auf Besichtigungen verzichten.

Mein Fazit

Eben ist kein Ort für einen ganzen Urlaub am Wasser, aber einer der lohnendsten Stopps am See. Wer sich für Kirchen, Legenden und Tiroler Volksfrömmigkeit interessiert, findet hier mehr als irgendwo sonst am Achensee; wer lieber wandert, entdeckt rund um Astenau Alpe und Ebner Joch die ruhige Seite des Rofan. Mein Rat: Plane Eben als halben Tag mit der Achenseebahn ein und geh dann zu Fuß hinunter nach Maurach an den See.

Weiterführende Links

–> Alle Orte am Achensee im Überblick

–> Restaurants in Maurach und Eben

–> Das Rofan im Überblick

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