Steinberg am Rofan liegt in einem weiten, sonnigen Hochtal auf 1.015 Metern, rund zehn Kilometer östlich von Achenkirch. Mit knapp 300 Einwohnern ist es die kleinste Gemeinde der Achensee-Region – und eine Sackgasse: Die Straße endet im Dorf. Seit 2021 trägt Steinberg das Gütesiegel Bergsteigerdorf des Alpenvereins.
Steinberg ist für mich der Gegenentwurf zum See: kein Schiff, keine Promenade, keine großen Hotels. Dafür Almwiesen, ein eigener Hausberg und Wege, auf denen du oft stundenlang niemanden triffst. Wer am Achensee Urlaub macht und einen Tag Stille sucht, findet sie hier.
Darum geht es auf dieser Seite
- Steinberg auf der Karte
- Was ein Bergsteigerdorf ausmacht
- Sehenswürdigkeiten
- Anreise und Parken
- Wandern rund um Steinberg
- Steinberg im Winter
- Meine Tipps & Tricks
- Mit Kindern, Hund und Kinderwagen
- Ausflüge in die Umgebung
- Häufige Fragen zu Steinberg
Wissenswertes zu Steinberg am Rofan auf einen Blick
- Lage: Hochtal zwischen Rofan, Unnütz und Guffert, Abzweig von der B181 bei Achenkirch
- Höhe: 1.015 m
- Einwohner: knapp 300
- Anfahrt: von Achenkirch ca. 10 km auf der Landesstraße, Sackgasse
- Bus: Regiobus 4080 bis Achenkirch, Umstieg in Linie 7801
- Parken: Wanderparkplätze, u. a. Waldfrieden und Köglboden, gebührenpflichtig
- Hausberg: Guffert (2.195 m)
- Hund: Leinen- oder Maulkorbpflicht im Gemeindegebiet
Wo genau liegt Steinberg – und warum kommt hier kaum jemand zufällig vorbei?
Weil die Straße nach Steinberg in Achenkirch von der Achenseestraße abzweigt und im Dorf endet. Durchgangsverkehr gibt es nicht. Das Tal ist rundum von Bergen umgeben: im Süden das Rofan, im Westen der Unnütz und im Norden der Guffert. Die Häuser verteilen sich auf mehrere Weiler wie Vorder-, Außer- und Hintersteinberg.
Roter Punkt: Steinberg am Rofan. Blaue Punkte: weitere Orte am Achensee – ein Klick führt zur jeweiligen Seite.
Alle Orte rund um den See findest du auf der interaktiven Achensee-Karte.
Was macht Steinberg zu einem Bergsteigerdorf?
Ein Bekenntnis zum sanften Tourismus. Bergsteigerdörfer sind eine Initiative der Alpenvereine für kleine Orte, die auf Lifte und Massentourismus bewusst verzichten und ihre Natur- und Kulturlandschaft erhalten wollen. Steinberg bewarb sich 2020 und erhielt das Gütesiegel im September 2021. Schon seit 2017 regelt ein eigener Wertekatalog im Ort, wie sich der Tourismus entwickeln soll.
Für dich als Gast heißt das: wenige, meist familiengeführte Unterkünfte, kleine Schlepplifte statt großer Bahnen, viel unberührte Landschaft. Und die Bitte, im Winter auf den markierten Routen zu bleiben, damit die Wildtiere ihre Ruhe haben. Nachbarbergsteigerdorf ist übrigens Kreuth auf der bayerischen Seite des Guffert.
Welche Sehenswürdigkeiten in Steinberg am Rofan lohnen sich?
In Steinberg liegen die Sehenswürdigkeiten in der Landschaft – und eine davon ist in ganz Österreich einzigartig.
Was steht in den rätischen Inschriften am Schneidjoch?
Worte in einer Sprache, die heute niemand mehr spricht. In einer kleinen Felshöhle an einer Quelle unter dem Schneidjoch fanden zwei Bergsteiger 1957 sieben Felsinschriften in rätischer Schrift aus der späten Eisenzeit, um 400 v. Chr. Vermutlich war der Ort ein Quellheiligtum an einem alten Handelsweg. Die Inschriften gelten als einzigartig in Österreich. Erreichbar sind sie nur zu Fuß, am kürzesten von der Gufferthütte aus, als große Runde ab dem Parkplatz Waldfrieden (15,1 km, rund 7:45 h).
Was erwartet dich am Kraftplatz Steinberg?
Eine Aussichtsplattform aus heimischem Lärchenholz, die die Österreichischen Bundesforste 2024 auf einem Felsen errichtet haben. Der Weg dorthin führt rund eineinhalb Stunden entlang der glasklaren Grundache Richtung Schmalzklause; der Kraftplatz liegt kurz vor dem Tunnel auf der rechten Seite. Auch mit dem Mountainbike ist er gut erreichbar. Von November bis April ist die Plattform aus Sicherheitsgründen gesperrt.
Wohin führt der Gaismoosstollen?
Durch den Berg – der historische, naturbelassene Stollen wurde früher für den Erzabbau genutzt. Eine ruhige Runde führt von der Pfarrkirche entlang der Grundache auf Forstwegen und durch schattige Waldpassagen dorthin (5,5 km, 2 h, rund 210 Höhenmeter). Die barock ausgestattete Pfarrkirche im Dorf ist ein guter Start- und Endpunkt.
Wie kommst du nach Steinberg – und wo parkst du?
Mit dem Auto fährst du auf der Achenseestraße bis Achenkirch und biegst dort Richtung Steinberg ab; aus Bayern kommend liegt der Abzweig kurz nach dem Achenpass, noch bevor du den See erreichst. Ohne Auto nimmst du den Regiobus 4080 bis Achenkirch und steigst dort in die Linie 7801 nach Steinberg um. Details stehen unter Anreise mit dem Bus.
Die Wanderparkplätze in Steinberg und an der Straße dorthin sind gebührenpflichtig. Für den Guffert und die rätischen Inschriften startest du am Parkplatz Waldfrieden, für die Gufferthütte über den Geopfad am Parkplatz Köglboden, der noch vor dem Dorf an der Landesstraße liegt.
Welche Wanderungen ab Steinberg lohnen sich wirklich?
Rund um Steinberg findest du alles vom Talspaziergang bis zum anspruchsvollen Gipfel – meist ohne Gedränge. Weitere Touren findest du unter Wandern am Achensee.
| Ziel | Start | Länge / Zeit | Höhenmeter |
|---|---|---|---|
| Kraftplatz Steinberg | Steinberg, Grundache | ca. 1:30 h einfach | gering |
| Gaismoosstollen | Pfarrkirche | 5,5 km / 2 h | 210 Hm |
| Gufferthütte über den Geopfad | Parkplatz Köglboden | 15,2 km / 4:30 h | 490 Hm |
| Rätische Inschriften | Parkplatz Waldfrieden | 15,1 km / 7:45 h | ca. 970 Hm |
| Guffert (2.195 m) | Steinberg | 10,3 km / 6:30 h | 1.195 Hm |
Der Guffert ist der Hausberg von Steinberg und mit 2.195 Metern einer der markantesten Gipfel nördlich des Achensees. Der Normalweg von Süden ist als schwierig eingestuft: rund 1.200 Höhenmeter, im oberen Teil steil und felsig. Belohnt wirst du mit einem Gipfelkreuz, das 2021 neu hinaufgetragen wurde, und einem Blick weit nach Bayern. Ebenfalls beliebt ist die Runde über den Unnütz und die Schönjochalm – Proviant mitnehmen, unterwegs gibt es keine Einkehr.
Die bewirtschaftete Gufferthütte der DAV-Sektion Kaufering erreichst du über einen breiten Fahrweg durch die Schlucht von Ampelsbach und Filzmoosbach; elf Tafeln eines Geopfads erklären dabei die Erdgeschichte der Alpen. Weitwanderer kennen Steinberg vom Adlerweg: Etappe 7 startet hier und führt zur Erfurter Hütte im Rofan.
Lohnt sich Steinberg auch im Winter?
Ja, vor allem für Langläufer und Familien mit kleinen Kindern. Das Langlaufzentrum im Dorf ist Ausgangspunkt mehrerer ruhiger Loipen, darunter die Dorfloipe und die Guffertloipe, die durch Wiesen und Wälder nach Achenkirch führt. Du kannst hinüberlaufen und mit dem Bus zurückfahren.
Die Rofanlifte sind drei Schlepplifte mit rund einem Kilometer Piste – ideal für die ersten Schwünge und ohne den Trubel großer Skigebiete; sie laufen meist von Mitte Januar bis Anfang März. Abends geht es auf die kurze, beleuchtete Rodelbahn Steinberg. Skitourengeher finden rund um Steinberg ruhige Ziele, sollten aber die Wildruhezonen beachten.
Was solltest du vor dem Besuch wissen? Meine Tipps & Tricks für Steinberg
- Kraftplatz nur im Sommerhalbjahr: Von November bis April ist die Plattform gesperrt.
- Rätische Inschriften mit der Gufferthütte verbinden: Von der Hütte ist es der kürzeste Weg, und du hast eine Einkehr unterwegs.
- Guffert früh starten: Die Runde dauert über sechs Stunden, und der Gipfelanstieg ist steil – Gewitter am Nachmittag solltest du nicht abwarten.
- Proviant einpacken: Auf vielen Runden rund um Steinberg gibt es keine bewirtschaftete Alm.
- Bike & Hike zur Kaiserklamm: Eine Forststraße führt von Steinberg Richtung Kramsach zur Klamm auf der Südostseite des Rofan.
- Guffertloipe als Einweg-Tour: Von Steinberg nach Achenkirch laufen und mit dem Bus zurück.
- Im Winter auf den markierten Routen bleiben: Darum bittet das Bergsteigerdorf ausdrücklich, zum Schutz der Wildtiere.
- Mit dem Bus umsteigen statt parken: Linie 4080 und 7801 sind mit der Gästekarte gratis.
Welche Fehler machen die meisten Besucher in Steinberg?
Viele unterschätzen den Guffert. Vom Tal sieht er wie ein gemütlicher Wanderberg aus, tatsächlich verlangt der Gipfelanstieg Trittsicherheit und gute Kondition – mit Kindern oder in Turnschuhen ist er nicht zu empfehlen. Ein zweiter häufiger Fehler: Wer Steinberg als Urlaubsort wählt, ohne zu wissen, dass das Dorf keine Seelage hat. Zum Baden fährst du rund eine Viertelstunde an den Achensee.
Wie gut ist Steinberg für Familien, Hunde und Kinderwagen?
Was erleben Kinder in Steinberg?
Viel Natur und wenig Programm – genau das schätzen Familien hier. Der Weg zur Gufferthütte über den Geopfad gilt als leichte, für Kinder geeignete Wanderung, und die Bäche in den Schluchten sind ein großer Spielplatz. Der Weg zum Kraftplatz entlang der Grundache ist flach und lässt sich auch mit dem Rad fahren.
Im Winter sind die Rofanlifte mit ihren kurzen, übersichtlichen Hängen ideal für Kinder, die das Skifahren lernen. Die Rodelbahn im Dorf ist kurz und beleuchtet. Für Badetage und Regenprogramm fährst du hinunter an den See nach Achenkirch oder Maurach. Weitere Ideen sammle ich unter Achensee mit Kindern.
Was musst du mit Hund in Steinberg beachten?
Im Gemeindegebiet gilt Leinen- oder Maulkorbpflicht, die kurze Leine darf höchstens zwei Meter lang sein. Steinberg ist trotzdem ein gutes Ziel für Hundebesitzer: Die Wege sind ruhig, und an Grundache und Ampelsbach gibt es Wasser. Auf den Almen weiden im Sommer Kühe – dort Abstand halten und den Hund an der kurzen Leine führen. In der Wildruhezeit im Winter gilt die Bitte, auf den markierten Wegen zu bleiben, für Hunde ganz besonders. Mehr dazu unter Urlaub mit Hund am Achensee.
Kommst du mit dem Kinderwagen gut durch Steinberg?
Auf den Forstwegen im Tal ja, in die Berge nicht. Guffert, Unnütz und die rätischen Inschriften scheiden mit Kinderwagen aus.
- Geopfad zur Gufferthütte: breiter Fahrweg durch die Schlucht, für geländegängige Kinderwagen geeignet.
- Weg zum Kraftplatz: Forstweg entlang der Grundache mit wenig Steigung.
- Dorfwege: ruhige Straßen zwischen den Weilern.
Was kannst du rund um Steinberg noch erleben?
Achenkirch – zehn Kilometer bis zum See
Der nächste Ort ist Achenkirch am Nordende des Achensees. Dort liegen der freie Badestrand Achensee Nord, die Anlegestelle Scholastika und kurze Wege zum Stod- und Kranz-Wasserfall. Zur Kaiser-Maximilian-Rast mit dem Kaiserthron führt von Achenkirch ein Weg, der sich gut mit dem Übergang über das Kögljoch nach Steinberg verbinden lässt.
Gibt es einen Weg von Steinberg ins Rofan?
Ja, über den Adlerweg. Die Etappe von Steinberg zur Erfurter Hütte führt über das Rofan mit rund 1.600 Höhenmetern – eine lange, aber großartige Tagestour. Wer es bequemer mag, fährt nach Maurach und nimmt dort die Rofan Seilbahn zur Erfurter Hütte und zum Adlerhorst.
Großer Ahornboden und Tegernsee
Weil Steinberg ganz im Norden der Region liegt, bist du schnell am Achenpass. Von dort fährst du über den Sylvensteinsee ins Rißtal zum Großen Ahornboden – im Oktober, wenn die alten Bergahorne leuchten, ein Muss. In die andere Richtung erreichst du über Kreuth den Tegernsee.
Wo übernachtest du in Steinberg am besten?
In Steinberg gibt es keine großen Hotels, sondern Gasthöfe, Bauernhöfe, Ferienwohnungen und Selbstversorgerhütten – meist familiengeführt und mit viel Ruhe. Wer mehr Auswahl oder Seelage sucht, findet sie in Achenkirch. Einen Überblick über alle Unterkünfte am See gibt es bei den Hotels am Achensee und den Ferienwohnungen am Achensee.
Häufige Fragen zu Steinberg am Rofan
Gehört Steinberg zur Gemeinde Achenkirch?
Nein, Steinberg am Rofan ist eine eigene Gemeinde und Teil der Ferienregion Achensee.
Was ist der höchste Berg der Gemeinde Steinberg?
Die Hochiss mit 2.299 Metern, zugleich der höchste Gipfel des Rofan.
Wie weit ist Steinberg vom Achensee entfernt?
Rund zehn Kilometer bis Achenkirch; bis zum Nordufer des Sees fährst du etwa eine Viertelstunde.
Wie alt sind die rätischen Inschriften?
Sie werden auf etwa 400 v. Chr. datiert und stammen aus der späten Eisenzeit.
Mein Fazit
Steinberg ist nichts für einen Badeurlaub und nichts für Leute, die abends ausgehen wollen. Wer aber wandern, langlaufen oder einfach Ruhe haben möchte und dafür gern ein paar Kilometer zum See fährt, findet hier den ursprünglichsten Ort der ganzen Region. Mein Rat: Komm mindestens einmal für einen ganzen Tag herauf – und wenn es dir gefällt, buch dir für den nächsten Urlaub gleich hier eine Unterkunft.


