Wiesing liegt im Inntal auf 566 Metern, genau am Fuß der Achenseestraße und gegenüber dem Eingang ins Zillertal. Mit rund 2.200 Einwohnern ist es einer der fünf Ferienorte der Region Achensee – und der einzige ohne Seezugang: Bis zum Ufer in Maurach sind es rund acht Kilometer und knapp 400 Höhenmeter.
Gerade diese Lage macht Wiesing für mich interessant. Von hier bist du in einer Viertelstunde am See, in einer halben Stunde mitten im Zillertal und schnell auf dem Innradweg. Wer im Urlaub mehr als einen See sehen will und gern Rad fährt, hat in Wiesing die beste Basis der Region.
Darum geht es auf dieser Seite
- Wiesing auf der Karte
- Geschichte
- Sehenswürdigkeiten
- Anreise und Parken
- Das E-Bike-Dorf
- Wandern ab Wiesing
- Wiesing im Winter
- Meine Tipps & Tricks
- Mit Kindern, Hund und Kinderwagen
- Ausflüge in die Umgebung
- Häufige Fragen zu Wiesing
Wissenswertes zu Wiesing auf einen Blick
- Lage: Inntal, Bezirk Schwaz, am Fuß der Achenseestraße B181, gegenüber dem Zillertal
- Höhe: 566 m
- Anfahrt: A12, Ausfahrt Wiesing/Achensee
- Bahn und Bus: Haltestelle Münster-Wiesing an der Westbahn, Regiobusse 4080 und 8332
- Bis zum Achensee: rund 8 km bis Maurach
- Besonderheit: E-Bike-Dorf mit Gratis-E-Bikes bei Partnerunterkünften
- Aussicht: Kanzelkehre an der B181 mit Panorama-Restaurant
- Hund: Leinen- oder Maulkorbpflicht im Gemeindegebiet
Wo genau liegt Wiesing – und wie weit ist es bis zum See?
Wiesing liegt am Südrand des Inntals, wo die Achenseestraße zum See hinaufsteigt. Das Dorfzentrum mit Pfarrkirche liegt unten im Tal, die Ortsteile Erlach, Astenberg und die Rofansiedlung ziehen sich den Hang hinauf. Über die Kanzelkehre erreichst du Eben und nach rund acht Kilometern Maurach am Südende des Achensees.
Roter Punkt: Wiesing. Blaue Punkte: weitere Orte am Achensee – ein Klick führt zur jeweiligen Seite.
Alle Orte rund um den See findest du auf der interaktiven Achensee-Karte.
Warum gehörten Jenbach und Eben einst zu Wiesing?
Weil Wiesing im Mittelalter der Hauptort der Gegend war. In einer Steuerliste von 1313 werden Jenbach und Eben noch zu Wiesing gerechnet. Besiedelt war das Gebiet aber schon viel früher: Ausgrabungen einer durch Brand zerstörten Siedlung zeigen, dass hier bereits um 1700 v. Chr. Menschen lebten.
Heute ist Wiesing ein ruhiges Dorf mit Landwirtschaft, Gewerbe und Tourismus. Durch die Autobahn und die Westbahn ist es so gut angebunden wie kein anderer Ort der Region.
Welche Sehenswürdigkeiten in Wiesing lohnen sich?
Wiesing hat keine großen Attraktionen, aber zwei Ziele, für die sich ein Halt lohnt – und einen Themenweg, der beide verbindet.
Was ist das Wahrzeichen von Wiesing?
Die Pfarrkirche St. Martin und Nikolaus im Dorfzentrum. Sie wurde nach nur vier Jahren Bauzeit 1781 geweiht und ist im Stil des Rokoko ausgestattet; zuletzt wurde sie 2009/2010 renoviert. Ein ausführlicher Kirchenführer ist in der Kirche erhältlich. Vom Dorfplatz aus starten mehrere Varianten des Kirchen- und Kapellenwegs.
Was siehst du von der Kanzelkehre?
Das Inntal und den Eingang ins Zillertal, tief unter dir. Die Kanzelkehre ist die markante Kehre der Achenseestraße oberhalb von Wiesing auf knapp 900 Metern, mit Aussichtsparkplatz und Panorama-Restaurant. Hier hält auch der Regiobus. Am schönsten erreichst du sie zu Fuß über Astenberg oder vom Achensee aus über den Notburgasteig.
Wohin führt der Kirchen- und Kapellenweg?
Zu den Kapellen, Bildstöcken und Wegkreuzen rund um Wiesing und hinauf bis zur Notburgakirche in Eben. Der Weg entstand auf Initiative des Ortsausschusses und des Tourismusverbands und ist in mehrere Varianten gegliedert – von der flachen Runde zur Grünangerlkapelle (4,4 km) bis zur Wanderung nach Eben (8,7 km, 2:30 h, 400 Höhenmeter). Ein eigener Folder mit allen Stationen ist im Informationsbüro erhältlich.
Wie kommst du nach Wiesing – und wo parkst du?
Einfacher geht es kaum: Wiesing hat eine eigene Ausfahrt an der A12 Inntalautobahn (Vignettenpflicht), die Ausfahrt Wiesing/Achensee. Mit der Bahn steigst du an der Haltestelle Münster-Wiesing der Westbahn aus, die an das S-Bahn-Netz angeschlossen ist; der Fernverkehr hält im benachbarten Jenbach. Die Regiobusse 4080 und 8332 verbinden Wiesing mit Jenbach und dem Achensee, mit der Gästekarte gratis. Mehr unter Anreise zum Achensee.
Im Dorf und an der Kanzelkehre findest du Parkmöglichkeiten. Für Ausflüge an den See lohnt sich der Bus: So umgehst du die gebührenpflichtigen Parkplätze am Ufer.
Was bedeutet „E-Bike-Dorf” Wiesing?
Dass du hier ohne eigenes Rad elektrisch unterwegs sein kannst. Mehrere Partnerunterkünfte im Ort stellen Gästen, die direkt bei ihnen buchen, während des Aufenthalts kostenlose E-Bikes zur Verfügung – samt Helm, Rucksack mit kleiner Luftpumpe, Erste-Hilfe-Set und dem Folder „E-Bike-Dorf Wiesing” mit Tourenvorschlägen. Wer nicht in einer Partnerunterkunft wohnt, mietet bei Camping Inntal ein E-Bike für 30 € pro Tag. Einen Radservice gibt es im Ort ebenfalls.
Die Ziele sind vielfältig: der Achensee über die steile Achenseestraße, die mit E-Unterstützung ihren Schrecken verliert, der flache Zillertal-Radweg nach Mayrhofen (36,6 km) und der Innradweg, einer der längsten Radwanderwege Europas. Eine Akkuladung reicht je nach Modell und Strecke für 20 bis 80 Kilometer. Mehr Touren stehen unter E-Bike am Achensee und Radweg Jenbach – Achensee.
Welche Wanderungen ab Wiesing lohnen sich wirklich?
Rund um Wiesing wanderst du vor allem auf Aussichtswegen über dem Inntal – und kannst bis hinauf ins Rofan. Weitere Touren findest du unter Wandern am Achensee.
| Ziel | Start | Länge / Zeit | Höhenmeter |
|---|---|---|---|
| Grünangerlkapelle | Pfarrkirche Wiesing | 4,4 km / 1:45 h | 25 Hm |
| Astenberg – Kanzelkehre | Pfarrkirche Wiesing | 7,2 km / ca. 2:30 h | 320 Hm |
| Kirchen- und Kapellenweg nach Eben | Pfarrkirche Wiesing | 8,7 km / 2:30 h | 400 Hm |
| Kanzelkehre – Notburgaweg – Eben | Pfarrkirche Wiesing | 11,9 km / 3:30 h | 460 Hm |
| Ebner Joch über Kanzelkehre und Astenau Alpe | Wiesing | 15,9 km / 7:30 h | schwierig |
Mein Tipp für den Einstieg ist die Runde über Astenberg zur Kanzelkehre: Vom Dorf geht es durch die Rofansiedlung und über einen Waldweg hinauf, unterwegs mit herrlichem Blick über Wiesing, Inntal und Zillertal. Am Ziel kehrst du im Panorama-Restaurant ein und gehst entweder zurück oder nimmst den Bus. Wer mehr will, folgt dem Notburgaweg weiter hinauf nach Eben zur Notburgakirche. Die lange Tour aufs Ebner Joch ist dagegen eine echte Bergtour für Geübte.
Lohnt sich Wiesing auch im Winter?
Als Ausgangspunkt ja, als Wintersportort nur bedingt. Wiesing liegt im Tal, Schnee ist hier weniger sicher als oben am See. Für die ersten Schwünge gibt es den Astenberg-Schlepplift, ein Anfängerlift für Kinder. Die Felder und Wege rund ums Dorf eignen sich bei Schnee gut für Winterwanderungen, und im Advent findet am Dorfplatz ein kleiner Adventmarkt statt. Zum Langlaufen und Skifahren fährst du in wenigen Minuten hinauf nach Maurach oder Pertisau.
Was solltest du vor dem Besuch wissen? Meine Tipps & Tricks für Wiesing
- Direkt buchen lohnt sich: Die Gratis-E-Bikes gibt es bei den Partnerunterkünften nur für Direktbucher.
- E-Bike-Verleih zur richtigen Zeit: Bei Camping Inntal gibt es zwischen 12 und 13 Uhr keine Ausgabe.
- Kanzelkehre zu Fuß, zurück mit dem Bus: Die Haltestelle „Wiesing Kanzelkehre” liegt direkt beim Restaurant.
- Zum See mit dem Bus statt mit dem Auto: Mit der Gästekarte fährst du gratis und sparst dir die Parkgebühren am Ufer.
- Zillertal-Radweg als Familientour: Flach und gut ausgebaut bis Mayrhofen, zurück mit der Zillertalbahn.
- Bahn statt Auto für die Anreise: Mit der Westbahn bis Jenbach oder Münster-Wiesing, dann wenige Minuten mit dem Bus.
- Kirchenführer besorgen: Es gibt ihn für wenige Euro in der Pfarrkirche und im Informationsbüro.
- Achenseebahn ab Jenbach nutzen: Von Wiesing bist du schnell am Bahnhof Jenbach und fährst mit der Dampfzahnradbahn zum See.
Welche Fehler machen die meisten Besucher in Wiesing?
Viele buchen „Wiesing am Achensee” und erwarten Seeblick. Wiesing liegt aber im Inntal, rund 400 Höhenmeter unter dem See; vom Dorf aus siehst du den Achensee nicht. Dafür ist es dort im Sommer meist ein paar Grad wärmer als oben am Wasser. Ein zweiter Fehler: mit dem normalen Rad die Achenseestraße hinauf zum See fahren wollen. Der Anstieg ist steil – mit dem E-Bike oder dem Bus kommst du entspannter an.
Wie gut ist Wiesing für Familien, Hunde und Kinderwagen?
Was erleben Kinder in Wiesing?
Wiesing punktet bei Familien vor allem mit seiner Lage. Der Zillertal-Radweg ist flach und auch für Kinder auf dem eigenen Rad gut zu fahren, und mit der Zillertalbahn kommst du zurück. Zum Baden und für das Atoll mit Rutsche und Spielbereich bist du in einer Viertelstunde in Maurach. An Regentagen sind die Ausflugsziele des Inntals schnell erreichbar.
Im Winter lernen Kinder am Astenberg-Schlepplift die ersten Schwünge, ohne dass es gleich ein großes Skigebiet sein muss. Mehr Ideen für Familien sammle ich unter Achensee mit Kindern.
Was musst du mit Hund in Wiesing beachten?
In Wiesing gilt wie in den anderen Gemeinden der Region Leinen- oder Maulkorbpflicht, die kurze Leine darf höchstens zwei Meter lang sein. Die Feldwege rund um das Dorf und die Varianten des Kapellenwegs sind gute Hunderunden. Zum Baden fährst du an den See nach Seespitz, dort sind Hunde erlaubt. Mehr dazu unter Urlaub mit Hund am Achensee.
Kommst du mit dem Kinderwagen gut durch Wiesing?
Im Tal sehr gut, den Hang hinauf weniger. Die Wege zur Kanzelkehre und nach Eben sind steil und teilweise schmal.
- Kapellenweg zur Grünangerlkapelle: 4,4 km, kaum Steigung, als kinderwagentauglich ausgewiesen.
- Zillertal-Radweg: flach und familienfreundlich, auch mit Kinderwagen oder Fahrradanhänger gut zu fahren.
- Dorfzentrum: ebene Wege rund um Pfarrkirche und Dorfplatz.
Was kannst du rund um Wiesing noch erleben?
Maurach und der Achensee – in einer Viertelstunde am Wasser
Über die Kanzelkehre bist du schnell in Maurach am Südende des Sees. Dort fährt die Rofan Seilbahn auf 1.840 Meter, im Atoll wartet das einzige Hallenbad am See, und in Seespitz legen die Schiffe Richtung Pertisau und Achenkirch ab. Mit dem E-Bike ist der Anstieg ein guter Halbtagesausflug.
Eben – die Notburgakirche über dem Inntal
Zu Fuß über den Kirchen- und Kapellenweg oder in wenigen Minuten mit dem Auto erreichst du Eben am Achensee. Die barocke Wallfahrtskirche mit den Reliquien der heiligen Notburga und das Notburga-Museum sind der kulturelle Höhepunkt der Region, gleich daneben wartet der Kirchenwirt.
Zillertal und Inntal – was liegt in Reichweite?
Direkt gegenüber öffnet sich das Zillertal, das du über den Radweg oder mit der Zillertalbahn ab Jenbach erreichst. Im Inntal liegen die Silberstadt Schwaz, die Glasstadt Rattenberg und die Swarovski Kristallwelten in Wattens in kurzer Fahrzeit. Mehr Ideen findest du unter Ausflugsziele in der Umgebung.
Wo übernachtest du in Wiesing am besten?
In Wiesing wohnst du in Gasthöfen, Pensionen, Ferienwohnungen und auf Bauernhöfen, meist günstiger als am See. Camper finden mit Camping Inntal einen Platz direkt im Ort, mit Restaurant und E-Bike-Verleih. Einen Überblick über alle Unterkünfte in der Region gibt es bei den Hotels am Achensee, den Ferienwohnungen am Achensee und unter Camping am Achensee.
Häufige Fragen zu Wiesing
Gehört Wiesing zum Achensee?
Touristisch ja: Wiesing ist einer der fünf Orte der Ferienregion Achensee und eine eigene Gemeinde, liegt aber im Inntal.
Wie viele Einwohner hat Wiesing?
Rund 2.200 auf einer Fläche von gut zehn Quadratkilometern.
Kann man von Wiesing mit dem Rad zum Achensee fahren?
Ja, auf der Achenseestraße mit eigenem Radtunnel bei Wiesing – der Anstieg ist aber steil, mit E-Bike deutlich angenehmer.
Gibt es in Wiesing ein Informationsbüro?
Ja, Achensee Tourismus hat ein Informationsbüro im Ort; die zentrale Anlaufstelle ist das Welcome-Center im Atoll in Maurach.
Mein Fazit
Wiesing ist der Ort für alle, die den Achensee als einen von mehreren Ausflügen sehen und nicht als einziges Ziel. Wer Seeblick vom Balkon will, ist in Pertisau oder Achenkirch richtig; wer aber Rad fährt, das Zillertal mitnehmen möchte und mit Bahn anreist, wohnt in Wiesing günstiger und flexibler. Mein Rat: Buch direkt bei einem E-Bike-Partner und plane den Anstieg zum See gleich als ersten Ausflug ein.


